Das Turnzentrum Bochum ist die Nummer Eins in NRW

02.08.2020


Von links: Zentrumsleiter Dominik Reichert und der sportliche Leiter Shalva Dalakishvili

Nach einem langen Antragsverfahren hat das Turnzentrum Bochum nun das Prädikat „DTB Turn-Zentrum Gerätturnen männlich“ erhalten und schreibt sich damit auf die Fahne, Leistungsturner der Altersklassen 11 bis 16 professionell zu betreuen. Das Prädikat schließt an die bereits vorhandene Turntalentschule an und ist die Stufe direkt unterhalb eines Bundesstützpunkts. Als einziger Verein in Nordrhein-Westfalen mit diesem Prädikat, kann das TZ nun von sich behaupten, die Nummer Eins im Nachwuchsleistungssport zu sein.

Neben der turnerischen Ausbildung ist die Betreuung darüber hinaus für den Leistungssport von Bedeutung. „Die Gesundheit und die schulische Leistung darf unter dem täglichen Training nicht leiden. Es ist auch eine Aufgabe der DTB Turn-Zentrums, diese duale Karriere mit zu steuern.“, so Zentrumsleiter Dominik Reichert. Die formalen Kriterien für die Anerkennung des Prädikats wurden erfüllt, nun heißt es für das TZ, die weiteren Ziele umzusetzen. „Es wird eine große Herausforderung und ein langjähriger Prozess sein, neben der Qualität auch Quantität im Hochleistungssport zu erzielen.“, so Reichert. Die Halle an der Harpener Heide muss umfangreich modernisiert werden, zeitgleich sind weitere hochqualifizierte Trainer in Teil- oder Vollzeit von Nöten. Dies ist für den Verein nur schwer zu stemmen, wie der sportliche Leiter, Shalva Dalakishvili, erklärt. „Wir sind ein Turnverein und kein IT-Unternehmen. Daher ist die Zusammenarbeit mit starken Partnern aus der Wirtschaft und Fördermaßnahmen durch die Verbände ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Entwicklung.“

Der Verein wurde 2010 gegründet und hat sich in den folgenden Jahren zu einem der erfolgreichsten Vereine im Nachwuchsleistungsturnen der Jungen in Deutschland entwickelt. Darüber hinaus bietet das TZ ein umfangreiches Angebot im Breitensport und Mädchenturnen. Das Motto „Turnen ist Vielfalt“ wird in Bochum großgeschrieben. Nach der Durchführung der Weltmeisterschaft im Gerätturnen und der Rhythmischen Sportgymnastik für Menschen mit Down-Syndrom in Bochum (2018) wurde ein kleines Angebot für Kinder mit Down-Syndrom eingerichtet. „Auch wenn es sich nur um ein Angebot im Rahmenprogramm handelt, ist der Verein damit einer von wenigen in Deutschland, die sich auch Integration von Behinderten im Turnen auf die Fahne schreiben können“, so Vorstandsmitglied und Diplom-Heilpädagogin Susanne Krahn. Die Corona-Pandemie hat die Wettkampf- und damit auch Trainingsplanung vollkommen über den Haufen geworfen. Neben den verlegten Deutschen Jugendmeisterschaften wird die International Juniorstrophy in Cottbus eines der Jahreshighlights der Top-Turner sein. Hier werden die Auswirkungen des Trainingsstillstands zu begutachten sein. Doch Zentrumsleiter Dominik Reichert ist zuversichtlich. „Das Training wurde in die eigenen vier Wände verschoben, sodass ein guter Fitnesszustand gehalten werden konnte. Nach der Trainingswiederaufnahme zeigten die Turner kleine Defizite, die aber durch die intensive Arbeit in der Halle wieder ausgeglichen werden konnten. Unsere Turner sind nun besser als jemals zuvor und werden sich vor der internationalen Konkurrenz behaupten.“.