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Sportjugend
Ruhrolympiade fällt in diesem Jahr aus
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Castrop-Rauxel, 03.01.2011, Markus Rensinghoff
Ruhrolympiade 2006 in Mülheim/Ruhr: Judo-Einmarsch. Foto: Archiv
Ruhrgebiet. Die Ruhrolympiade, die seit 1964 in wechselnden Städten ausgerichtet wird, fällt 2011 aus. Die Sportjugenden sollen dem größten regionalen Jugendsportevent Europas ein neues Konzept geben, bevor es 2012 wieder stattfinden kann.
Die Sportjugend des Ruhrgebiets wird sich diesen Sommer nicht treffen. Das neue Jahr begann für viele ambitionierte Nachwuchssportler nicht nur im Kreis Recklinghausen mit einer schlechten Nachricht. Die Ruhrolympiade, die seit 1964 in wechselnden Städten ausgerichtet wird, wird 2011 nicht stattfinden.
Klaus Hinnenkamp. Foto: Remo Bodo Tietz.
Die Gründe nennt Klaus Hinnenkamp, Geschäftsführer des Vereins Ruhrolympiade mit Sitz in Essen. "Das Hauptproblem ist, dass wir zuletzt immer schwerer einen Ausrichter gefunden haben. Die Ruhrolympiade ist aus allen Nähten geplatzt." Mit rund 9000 Startern in 26 Sportarten hatte sich die Ruhrolympiade in den vergangenen Jahren zum größten regionale Jugendsportevent Europas gemausert.
Konzept wurde nicht mehr von allen getragen
Sie zu organisieren und in einer Stadt durchzuführen war in erster Linie immer auch ein logistisches Problem, die nur wenige Städte und/oder Kreise überhaupt noch meistern konnten. Sportler und Sportgeräte mussten transportiert werden, zahlreiche ehrenamtliche Helfer gefunden und Sportstätten und Hallen hergerichtet werden. "Für das Jahr 2011 hätten wir zwar die Sportjugend Recklinghausen als Organisationsteam gehabt", sagt Hinnenkamp. "Die einzelnen Wettkämpfe aber hätten nicht zentral an einem Ort, in einer Stadt stattfinden können." Angedacht war eine Verteilung auf die Orte Remscheid, Solingen, die Abschlussfeier sollte in Unna, der Workshop, der zum Rahmenprogramm der Ruhrolympiade gehört, sollte in Bochum stattfinden.
Dazu kam, dass das derzeitige Konzept nicht mehr von allen Sportjugenden getragen wurde. "Nicht alle waren weiterhin vom Gesamtkonzept überzeugt, haben die Schwachstellen gesehen", sagte Hinnenkamp. "Deshalb haben wir uns zu diesem Schritt gezwungen gesehen."
Kommentar
Chancen suchen und sehen
Gerd Willamowski, ehemaliger Vorsitzender des Trägervereins Ruhrolympiade hat einmal gesagt: "Gäbe es die Ruhrolympiade nicht, man müsste sie erfinden." Nun, im Jahr 2011, muss sich die Ruhrolympiade neu erfinden. Leicht wird das nicht.
Zumindest aber gibt es eine Grundlage, die alle Beteiligten, alle Entscheidungsträger eint: Die Ruhrolympiade soll fortbestehen, sie soll es weiter geben. Nur anders eben. Schlanker vielleicht. Mit weniger Sportarten, oder einem wechselnden Sportprogramm. Möglich wäre, dass jede Sportart nur alle vier Jahre einmal dran wäre. Möglich wären auch viele andere Varianten. Jetzt braucht es Ideen und frische Begeisterung.
Bei der ersten Tagung der Sportjugenden am Wochenende haben zumindest Tränen-Eimer keinen Platz. Es geht nicht darum, die Ruhrolympiade abzuwickeln, sie nach und nach in der Versenkung verschwinden zu lassen. Es geht darum, sie zu stärken, sie wieder auf tragfähige Füße zu stellen - für die Nachwuchssportler, für die so eine Olympia-Teilnahme immer etwas Besonderes ist.
Markus Rensinghoff
Es sei ein Mehrheitsbeschluss gewesen. Alle 18 Sportjugenden - Duisburg, Mülheim, Dortmund, Kreis Unna, Bochum, Kreis Recklinghausen, Essen, Kreis Neuss, Oberhausen, Ennepe-Ruhr-Kreis, Herne, Hagen, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Kreis Wesel, Bottrop, Aachen und Hamm - waren an dieser Abstimmung beteiligt. "Nicht alle", sagt Hinnenkamp, "haben diese Entscheidung gern gesehen und sie ohne Gegenworte hingenommen. Aber sie ist nun so gefallen. Das ist ja jetzt auch kein Abgesang auf die Ruhrolympiade. Wir sind eher der Meinung, dass ein einjähriges Aussetzen der Veranstaltung sehr gut tun wird."
2012 soll es die nächste Ruhrolympiade geben
2012 soll es, wird es die nächste Ruhrolympiade geben. Wie sie dann aussieht, mit welchem Konzept dann das Treffen der Ruhr-Jugend, das sportliche Mit- und Gegeneinander durchgeführt wird, wo die Ruhrolympiade stattfindet, wie viele Sportarten, wie viele Teilnehmer es dann geben wird, das sollen sich die Sportjugenden selber überlegen. Sie sollen gemeinsam ein neues Konzept erarbeiten.
In Duisburg findet bereits am kommenden Wochenende die erste Tagung statt. Eine weitere wird es Ende Januar geben. Im Mai sollen dann dem Trägerverein die Ergebnisse vorgelegt werden. "Wir werden uns die neuen Ideen dann ansehen", sagte Hinnenkamp.
"Wichtig ist, dass sich etwas ändert. In ihrer bisherigen Form war die Ruhrolympiade einfach nicht mehr zu stemmen."
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